Thema des Tages

17-01-2021 09:50

Endlich der erste Schnee!

Einige Regionen im Nordwesten Deutschlands hatten bisher in diesem
Winter noch keinen einzigen Tag mit einer geschlossenen Schneedecke.
Am heutigen Sonntagmorgen konnte dort aber fast überall endlich der
erste Schnee des Winters begrüßt werden.

Mit dem gestrigen 16.01.2021 sind nun 46 des 89 Tage andauernden
meteorologischen Winters 2020/2021 (01.12.2020 bis 28.02.2021)
vorbei. Damit liegt bereits etwas mehr als die Hälfte der kalten
Jahreszeit hinter uns. Schnee konnten die Menschen vor allem im Süden
und Südosten genießen (siehe Grafik zur Anzahl der Tage mit einer
geschlossenen Schneedecke von mindestens 0,5 cm Höhe bis
einschließlich dem 15.01.2021 unter
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/1/17_Bild.png).

So summiert sich dort die Anzahl der Schneedeckentage im Tiefland bis
auf wenige Ausnahmen meist auf 5 bis 25 Tage. Sehr schneesicher waren
vor allem die Berge, die es durchschnittlich auf 30 bis 40 Tage
brachten. Spitzenreiter ist - kaum verwunderlich - natürlich die
Zugspitze mit vollen 46 Tagen Schnee. Im Durchschnitt kann man in
diesen Gebieten im Tiefland bis zum Ende des Winters Ende Februar 25
bis 45 Schneedeckentage erwarten, womit der Winter bisher meist ganz
gut im Soll ist.

Im Osten und Nordosten beträgt die Anzahl der Schneedeckentage
aktuell zwischen 1 und 14 Tagen, üblicherweise gibt es bis zum Ende
des Winters zwischen 20 und 40 Tage. Um das Soll zu erfüllen, müssen
also noch einige Tage mit einer Schneedecke folgen.

Von der Nordsee bis zum Rheinland und entlang einiger
Flussniederungen im Westen und Südwesten zeigten sich Schneeflocken
dagegen nur sporadisch mal bzw. nur für kurze Zeit ("Stundenschnee").
Vielerorts gab es sogar noch gar keinen Schnee. In diesen Regionen
kamen daher bis zum gestrigen Samstag meist nur 0 oder 1 Tag(e) mit
einer Schneedecke zusammen. Im Durchschnitt sind dort in einer Saison
etwa 5 bis 15 Schneedeckentage zu erwarten.

In der vergangenen Nacht hatte das Wetter nun aber ein Einsehen und
einigen bisher vernachlässigten Bereichen den ersten Schnee des
Winters beschert. So wurden heute früh um 7 Uhr MEZ an vielen
Stationen dort 1 bis 4 cm Neuschnee gemessen.

Und wie geht es weiter mit dem Winter? Nach den winterlichen
Kapriolen dieses Wochenendes kündigt sich von Westen her eine
deutliche Milderung an, die bis Mitte der Woche zu teils
zweistelligen Höchsttemperaturen führt und die bis in hohe Lagen
Tauwetter bringt.

Danach geht es zwar wieder abwärts mit den Temperaturen, vorerst
würde das jedoch nur einen Berglandwinter bringen, während im
Tiefland die nass-kalte Variante ohne größere Schneeakkumulationen
das Maß der Dinge ist. Aber noch liegt ja auch die zweite Hälfte des
Winters vor uns.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.01.2021

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