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Thema des Tages

28-11-2020 13:20

Frühwinter schleicht sich an


Kalt ist es in Deutschland schon, besonders in den Nebelgebieten.
Doch Schnee fiel in diesem Winter in den Niederungen noch nicht. Dies
ändert sich pünktlich zum meteorologischen Winteranfang am Dienstag,
vor allem in der Südhälfte.


Am kommenden Dienstag ertönt der Startschuss für den meteorologischen
Winter 2020/2021. Und was könnte es passenderes geben als Schnee,
Frost und Glätte. Genau dies deutet sich zumindest für Teile des
Landes an. Nachdem in den letzten Wochen Inversionswetterlagen mit
häufigem Nebel und Hochnebel in den Niederungen und Sonne auf den
Bergen dominiert hat, kommt in der Nacht zum Dienstag etwas Bewegung
in die Wetterküche. Einige Zutaten für einen ersten Wintereinbruch
sind dann gegeben.

Ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet, das sich im Laufe des Dienstags
voraussichtlich von Südskandinavien nach Nordwestpolen verlagert,
sorgt dafür, dass feuchtkühle Luft aus nördlichen Breiten nach
Deutschland geführt wird. Im Nordwesten und Norden wird es für
Schneefall wohl relativ eng, denn hier ist einfach die noch um 10
Grad warme Nordsee ein zu mächtiger Gegenspieler. Anders schaut es
dann schon weiter im Landesinneren aus. Das Niederschlagsband, das an
eine von Nordwesten heranziehende Okklusion (Definition unter:
https://t1p.de/a1pu) gekoppelt ist, verlagert sich in der Nacht zum
Dienstag nach Deutschland und erreicht in den Morgenstunden
allmählich den Süden des Landes. Etwa ab der Mittelgebirgsschwelle
und im äußersten Osten stellt sich ein Gemisch aus Regen und Schnee
ein. Allerdings besteht auch die Gefahr von gefrierendem Regen, denn
die Böden sind teilweise noch gefroren. Die Bestimmung der
Niederschlagsphase gestaltet sich dabei zum jetzigen Zeitpunkt noch
sehr schwierig, da sie unter anderem von der genauen Zugbahn des
Tiefs abhängig ist. Auch die Mächtigkeit der bodennah lagernden
Kaltluftschicht ist für die Niederschlagsphase von großer Relevanz.
Oberhalb von etwa 500-700 m sollte durchweg Schnee fallen und auch in
Bayern sowie in Baden-Württemberg dominiert mit Ausnahme des
Rheintals wahrscheinlich die Schneephase. Im morgendlichen
Berufsverkehr ist also äußerste Vorsicht geboten und wer seine
Winterreifen noch nicht aufs Auto gezogen hat, der sollte dies
schleunigst tun. Die Bundesligakonferenz am Samstagnachmittag kann ja
wunderbar übers Autoradio angehört werden.

Die genaue Schneehöhen lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch
recht schwierig bestimmen, da noch einige Unsicherheiten in der
Vorhersage bestehen. Nach aktuellen Modellberechnungen (siehe Grafik
zum Thema des Tages unter https://bit.ly/2VaUpKr) werden in der
Südhälfte im Tiefland bis Dienstagabend etwa 1-3 cm Neuschnee
simuliert. In den Mittelgebirgen liegen die prognostizierten Mengen
bei 5-10 cm, im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und in Richtung
Allgäu könnte auch etwas mehr vom weißen Gold vom Himmel fallen. Zu
einer kleinen Schneeballschlacht dürfte es also in einigen Regionen
im Süden des Landes sowie in den Mittelgebirgen reichen. Der
Kreislauf wird sich freuen, denn Bewegung fördert bekanntlich die
Durchblutung und anschließend kann man sich bei Tee und frisch
gebackenen Plätzchen drinnen wieder aufwärmen. Nun schauen wir mal,
ob die Definition des Winteranfangs ihrer Bestimmung zumindest in
Teilen des Landes gerecht wird.


Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.11.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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