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Thema des Tages

31-10-2020 10:50

(Gruseliger) Genuss eines Halloween 'Blue Moon'


Hexen, Fledermäuse, Skelette und Vampire aufgepasst! An diesem
Samstag steht uns in der Halloween Nacht ein ziemlich seltenes
Ereignis bevor: "Blue Moon". Was hat es überhaupt damit auf sich und
ist der Mond wirklich blau?

Am heutigen 31. Oktober ist vor allem in den nördlichen und östlichen
Bundesländern Reformationstag und zugleich der Tag vor Allerheiligen,
einem Feiertag, den die Katholiken am 01. November begehen. Im
Englischen heißt der Abend davor "all hallows eve", woraus sich die
aus dem amerikanisch Sprachgebrauch kommende Abkürzung Halloween
durchsetzte. Halloween mag dieses Jahr aufgrund der Corona
Beschränkungen anders aussehen, aber es gibt dennoch ein cooles,
"gruseliges" Spektakel auf das wir uns freuen können: In der
kommenden Nacht steht der Vollmond am Himmel und mag in einigen
Regionen eine stimmungsvolle Beleuchtung auf die mit geschnitzten
Kürbissen und großen Spinnennetzen geschmückten Häuser werfen.
Normalerweise hat man etwa alle 18 bis 19 Jahre die Chance auf einen
Vollmond an Halloween, allerdings ist er dann nicht überall auf der
Nordhemisphäre voll ausgeprägt. Im Jahr 1944 gab es letztmalig durch
alle Zeitzonen an Halloween einen Vollmond auf der gesamten
nördlichen Erdhalbkugel. Ziemlich lange her - aber keine Sorge.

Neben dieser Rarität gesellt sich noch eine weitere. Der Mond
umrundet unsere Erde in 29 Tagen, 12 Stunden und 43 Minuten und
wechselt dabei durch seine vier Phasen. In der Regel gibt es im Jahr
zwölf Vollmonde - einen pro Monat. Im Schnitt passiert es daher alle
etwa zweieinhalb2,4 Jahre, dass ein zweiter Vollmond in den gleichen
Monat fällt. Naturgemäß kommt dies am häufigsten in den Monaten mit
31 Kalendertagen vor. Und in diesem Oktober ist es wieder so weit.
Nachdem ersten Vollmond am 01. Oktober folgt heute der Zweite. Im
englischsprachigen Sprachraum wird dieser Vollmond landläufig als
"Blue Moon" bezeichnet. Umgangssprachlich steht "Blue Moon" im
Englischen für etwas sehr Seltenes und entstammt der Formulierung
"Once in a blue moon", was man im Deutschen etwa als "alle
Jubeljahre" interpretieren könnte.

Die Phrase jedoch lässt keine Rückschlüsse auf die Farbe des Mondes
zu. Ein "blauer Mond" erscheint nicht blau. Nur unter bestimmten
atmosphärischen Bedingungen kann ein bläulicher Schimmer möglich
sein. Zum Beispiel, wenn Vulkanausbrüche oder große Brände Partikel
in der richtigen Größe in die Atmosphäre freisetzen, die dazu neigen
das Blau aus dem Farbspektrum des Mondlichtes zu streuen. Besonders
nach den Eruptionen des Krakatao 1883 oder des Pinatubo 1991 konnte
dies in einigen Regionen der Erde beobachtet werde. Vielleicht tragen
im Westen der USA in diesem Jahr die vielen Waldbrände vor Ort dort
tatsächlich zu einem bläulichen Schimmer des Mondlichtes bei.

Jetzt stellt sich natürlich noch die Frage, ob das Wetter mitspielt
und wir den "Blue Moon" hier in Deutschland beobachten können. In der
mittleren Atmosphäre erstreckt sich zwischen tiefem Druck über dem
Nordostatlantik und dem Balkan erstreckt sich vom westlichen
Mittelmeer bis ins südöstliche Skandinavien höherer Luftdruck, der in
der Meteorologie auch als Höhenrücken bezeichnet wird. Dieser
Höhenrücken stützt auch ein Zwischenhoch am Boden mit Zentrum etwa
über dem Alpenraum, wodurch vor allem der Süddeutsche Raum in der
kommenden Nacht ganz getreu dem Motto: "Ein schöner Rücken kann auch
entzücken", oft nur gering bewölkt ist. Das jedoch fördert vor allem
in den feuchten Niederungen und Flüssen vor allem rings um die Donau
die Nebelbildung. Abzüglich dieser Nebelregionen sehen die Chancen
auf die "Blue Moon" Halloweennacht im Süden also recht gut aus. Bei
Tiefstwerten von 6 bis 2, in einigen Alpentälern bis 0 Grad sollte
bei einem nächtlichen Spaziergang nicht am Pullover oder der Jacke
gespart werden. In der West- und Nordwesthälfte hingegen sieht es
hingegen mit einer Vollmondnacht eher bescheiden aus. Dichte Wolken
eines Tiefausläufers bei den Britischen Inseln ziehen herein, breiten
sich bis in die Mitte aus und bringen Regen. In der Osthälfte gibt es
zumindest mäßige Chancen auf den Vollmondblick. Zwar startet die
Nacht vor allem östlich der Elbe noch stark bewölkt, aber von Westen
lockern die Wolken zunehmend auf. Die größten Wolkenlücken dürften
wohl gegen Mitternacht bestehen, bevor ein erneuter Wolkenaufzug im
Zuge des angesprochenen Tiefausläufers über dem Westen dem
Vollmondlicht wieder ein Ende bereiten dürfte. Bei Tiefstwerten
zwischen 13 und 7 Grad dürfte es vom Westen über die Mitte und den
Osten nicht allzu frisch werden. Die beigefügte Abbildung zeigt den
Bedeckungsgrad der tiefen Bewölkung des ICON6 Modells um Mitternacht
(https://bit.ly/2HR7TYz).

Wer den Halloween "Blue Moon" durch die Wolken verpasst oder
beschäftigt ist mit dem Schauen von Horrorfilmen, muss bis ins Jahr
2039 warten. Erst dann steht der nächste nordhemisphärische Halloween
"Blue Moon" an.


M.Sc.-Met. Sebastian Altnau
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.10.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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